Wie uckermärkische Orte zu ihrem Namen kamen
Typisch uckermärkischer Ortsname
Kerkow, Jamikow, Biesenbrow, Kummerow oder Geesow.
Viele Orte in der Uckermark tragen im Namen die Endung "ow". Die Namensgebeung reicht weit in die Geschichte zurück.
Bis zur Zeit Besiedlung der Uckermark. Noch vor den Deutschen. Kommen Sie mit auf eine kleine Exkursion.
Die Besiedelung der Uckermark
Die ersten Menschen siedelten, teils in den Niederungen, teils auf den von Gletschereis herangewälzten Land- und Geröllbergen oder Moränen. Ihre Waffen und Gerätschaften stellten sie sich aus Tierknochen und Fischgräten, später aus Stein und dann aus Bronze her. Als die Germanen während der Völkerwanderung nach dem reichen Süden und Westen Europas zogen, rückten von Osten her, Slaven nach.
Die Uckermark bietet neben wildreichen Wäldern und vielen fischreichen Gewässern vor allem eines. Eine entspannende Naturlandschaft die zu Erkundungstouren einlädt. Das Land an Elbe und Oder besetzten die Wenden, von denen noch heute Reste mit eigener Sprache in der Lausitz und im Spreewald vorhanden sind. Einzelne ihrer Stämme waren die Pommern, die Obotriten und die Wilzen. Zu den Wilzen gehörten wahrscheinlich Uckrer, nach denen unsere Heimat benannt ist. Die Wenden brachten das Land zu hoher Blüte.
Sie wußten die Pässe künstlich durch Anlagen von Burgen und Burgwällen zu sichern. In Jahrhunderte währenden Kämpfen ist den Wenden das Land durch die Deutschen streitig gemacht worden. Die Eroberer sicherten Ihren Besitz durch feste Burgen, in deren Schutz Ansiedler, auch aus Holland, Städte und Dörfer anlegten. Sie lichteten den Urwald und zwangen dem Boden reichen Ertrag ab. Durch französische und pfälzische Emigranten wurde der Tabakanbau in die Uckermark gebracht.
Entstehung der Ortsnamen
Die Geschichte Kummerows beginnt im 5. Jahrhundert, als slawische Stämme von Osten kommend in unser Gebiet einrückten. Aus dieser Zeit soll auch der Ortsname "Kummerow" stammen, was übersetzt soviel wie "Mückenburg" heißt. Besonders im Sommer kann man diese Namensgebung nachvollziehen. Im Serbischen findet man heute noch die Bezeichnung "komor" für Mücke. Auch die Peene, ein Fluß dem Sie bis in die Ostsee folgen können, hat ihren Namen in dieser Zeit bekommen und bedeutet "Bach, Fluß".
Die Slawen haben die Orte nicht allein nach der Lage, sondern auch nach sinnlich wahrnehmbaren Gegenständen, die sich im Ort befanden, benannt. "Bas" oder "bes" heißt im Slawischen der Flieder oder schwarze Holunder, dessen schwarze Beeren "basinsky" oder "besinsky" genannt werden. Dieses Gewächs hat nicht nur der Stadt Beeskow ihren Namen gegeben, sondern vielen Orten, die mit der Silbe "bies" beginnen.
Auch Biesenbrow verdankt nach dieser Überlieferung seinen Namen dem Holunder. Der zweite Teil des Ortsnamens bezeichnet den Damm, der an den Ufern der Flüsse zum Schutz der Niederung gebaut wurde. Die wendische Bezeichnung dafür ist "brog", das als "broh" oder "brow" gesprochen wird. Biesenbrow bezeichnet demnach einen Ort hart am Damm im Bruch gelegen, woselbst der schwarze Holunder wächst.
