Aus der Geschichte der Uckermark
Die Formumg der Landschaft

ie letzte Eiszeit hat die jetzigen Landschaftsformen der Uckermark hinterlassen. Als die Gletscher, die von Skandinavien her das Land überzogen hatten,
schmelzen, hinterlassen sie im Gebiet der heutigen Uckermark eine weitgehend flache, nur leicht hügelige Landschaft, durchzogen von Endmoränen.
Dazwischen bildet das Schmelzwasser zahlreiche Seen, Bäche, Flüsse und Moore.
Der Wasserreichtum der Uckermark ist also eine Folge der Eiszeit.
Im nördlichen Teil der Uckermark entstehen fruchtbare Ackerböden, während es weiter südlich in die "märkische
Streusandbüchse" mit ihren kargen Kiefernwäldern übergeht. Dann geschieht erstmal ein paar Millionen Jahre recht wenig.
Die Zeit ist allenfalls für die Paläontologen interessant, die sich mit versteinerten Knochen vorzeitlicher Tiere und Pflanzen beschäftigen.
Für den Historiker wird es dann erst in der Steinzeit wieder lebendig.
Die Besiedelung der Uckermark

ie ersten Belege für menschliches Leben in der Region stammen aus dieser Zeit.
Es wurden z.B. Feuersteingeräte oder eine aus einem Hirschgeweih geschnitzte Axt gefunden, die wohl von Jägern und Sammlern aus dieser Zeit stammen.
In der Nähe von Blindow wurden Siedlungsreste der ersten Ackerbauern und Viehzüchter aus dem 4. bis 3. Jahrtausend v.Chr. gefunden.
Aus dieser frühen Zeit stammen auch die unglaublich vielen Bodendenkmale in der Uckermark; immerhin ist der Landkreis Uckermark
mit ca. 5000 Bodendenkmalen der damit am reichsten ausgestattete Landkreis in Deutschland.
Zahlreiche Bodendenkmäler

esonders auffällig sind dabei die zahlreichen Burgwälle,
die Hünengräber aus der Jungsteinzeit und die Hügelgräber aus der
Bronzezeit (etwa 1800 bis 1000 v.Chr.). In
Dedelow befindet sich übrigens eines der grössten
Hügelgräber in Norddeutschland. Vom Beginn der Zeitrechnung an bis etwa 400 n.Chr. leben ostgermanische Burgunder und westgermanische Semnonen
im Gebiet der heutigen Uckermark; im 4./5.Jahrhundert verlassen sie aber während der Völkerwanderung unser Gebiet.
Völkerwanderung

m 6./7.Jahrhundert n.Chr. kommen dann von Osten her die Ukranen- ein slawischer Stamm- und besiedeln das Gebiet beiderseits der Ucker bis zum Oderhaff.
Sie errichten in dem weitestgehend menschenleeren Gebiet Siedlungen und Schutzburgen. Von ihnen stammt auch die spätere
Bezeichnung "Ukera" oder "Terra Ukera", was Grenzland bedeutet. An die slawischen Besiedler erinnern noch
heute zahllose Ortsnamen in der Uckermark; schaut man sich eine Landkarte an, so endet fast jeder Ortsname mit "...ow".
Den Ukranen kommt das Verdienst zu, die ursprüngliche Urlandschaft der Uckermark durch den Ackerbau in eine Kulturlandschaft verwandelt zu haben.
Kriegerische Auseinandersetzungen

eit dem 10.Jahrhundert geraten die Ukranen immer mehr unter Druck pommerscher, deutscher und polnischer Feudalherren, die 1121> beginnen, das slawische
Stammesgebiet zu erobern. 1172 erwerben pommersche Herzöge das Gebiet. Sie holen deutsche Adlige und Siedler in das Land.
Zentren der Ansiedlung werden Prenzlau und das vom Pommernherzog Bogislav I. 1178 gegründete Prämonstratenserkloster Gramzow.
Im 12./13.Jahrhundert dringen die Markgrafen von Brandenburg in die Uckermark vor. In Ihrem Gefolge kommen immer mehr deutsche Bauern, Kaufleute und Handwerker.
1250 wird der Vertrag von Landin geschlossen; der Pommernherzog Barnim I. tritt die Uckermark an die brandenburgisch-askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. ab.
Deutsche und Hugenotten kommen in die Uckermark

ie deutsche Zuwanderung verstärkt sich. Es entstehen Städte, Klöster und Vogteien. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Ende des 15.Jahrhunderts
kommt es nach dem Aussterben der Askanier immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Pommern, Mecklenburg und Brandenburg um den Besitz
der Terra Ukera. 1448 wird der Frieden zu Prenzlau geschlossen; fast die ganze Uckermark fällt an Brandenburg. 1479 regeln Verhandlungen endgültig
den Verbleib der Uckermark in der Kurmark Brandenburg. Von 1618 bis 1648> wütet auch in der Uckermark der Dreissigjährige Krieg.
Sie gehört als Grenzland zu Pommern und Mecklenburg und als ständiges Durchzugsgebiet aller möglichen Heere zu den am schwersten betroffenen Gebieten.
Der Krieg bringt Not und Elend, Brandschatzungen, Verwüstungen und zu allem Überfluss auch noch die Pest. Nach dem Krieg ist die Uckermark weitestgehend verwüstet.
Gegen Ende des 17.Jahrhunderts kommen in grosser Zahl Hugenotten in die Uckermark und bingen ihre Erfahrungen in Wirtschaft und Kultur mit.
(Noch heute gibt es in vielen Orten mehr Touissants, Labeaus, de la Barres oder Devantiers als Meiers, Müllers oder Lehmanns.)
1817 werden in Preussen die Kreise neu eingeteilt. Im Gebiet der Uckermark entstehen die Kreise Angermünde, Prenzlau und Templin.
Zerstörungen im 2. Weltkrieg und Wiederaufbau in der DDR

m 20.Jahrhundert haben die beiden Weltkriege schwere Auswirkungen auf die Uckermark. Besonders der 2.Weltkrieg bringt schwere Zerstörungen mit sich;
1945 sind Städte wie Schwedt, Prenzlau und Gartz zu über 80% zerstört. Dabei werden auch zahlreiche historische Bauwerke, wie z.B. die Prenzlauer Marienkirche,
schwer beschädigt. 1952werden durch eine Gebietsreform in der DDR die Kreise verkleinert, die Länder faktisch aufgelöst und die Bezirke gebildet.
Die Uckermark wird geteilt, die Kreise Prenzlau und Templin gehören zum Bezirk Neubrandenburg, der Kreis Angermünde zum Bezirk Frankfurt/Oder.
1961 wird die durch eine starke Industrialisierung (Petrolchemisches Kombinat, Papierindustrie) erheblich gewachsene Stadt Schwedt/Oder kreisfreie Stadt.
In der DDR wird die Uckermark durch Landwirtschaft, Nahrungsgüterwirtschaft, aber in zunehmendem Masse auch durch neu entstehende Industrie geprägt.
Uckermark heisst wieder Uckermark

nno 1990 entscheiden sich in Bürgerbefragungen die Bürger der Kreise Prenzlau und Templin mit überwältigender Mehrheit für eine
Zugehörigkeit zum Land Brandenburg. Ihnen folgen 1992 eine Reihe von Gemeinden aus den Kreisen Pasewalk und Strasburg,
die durch einen Staatsvertrag von Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg wechseln. 1993 wird durch die brandenburgische Kreisneugliederung der
Landkreis Uckermark aus den Kreisen Angermünde, Prenzlau und Templin sowie der nun nicht mehr kreisfreien Stadt Schwedt gebildet.
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