Sagen und Geschichten - Kleptow

Der Fuchsdämon

Ein Bauer aus Kleptow bei Carmzow hatte einst mit dem Bösen einen Pakt geschlossen und dabei seine Seele verkauft. Dafür besaß er einen "Geist", das heißt einen Dämonen, der ihm vom Teufel geliehen war und alle Dinge verrichtete. Dieser erschien fast immer in Gestalt eines Fuchses. In den ersten Jahren hatte sein Besitzer ihn im Hause gehalten, weil er aber zu sehr nach Teufel stank, brachte er ihn auf einem Berg bei Kleptow unter, der seitdem auch der "Fuchsberg" heißt. So oft der Bauer den Namen des Dämonen rief, war er sofort bei ihm und fragte nach seinen Begierden. Alles schaffte er dann heran; nur Geld konnte er nicht besorgen. Das ärgerte den Bauern sehr! Da machte der Fuchs folgenden Vorschlag: Der Bauer sollte ihn in die Brüssower Kirche schicken, dort müßte er eine Oblate stehlen, und sie dann durchbohren.

Nun hätte der Fuchs soviel Macht, Geld herbeizuschaffen, wieviel er wolle. Der Bauer stimmte zu und befahl dem Fuchsgeist, die Oblate aus der Brüssower Kirche herbeizuschaffen. Es kam aber anders: Der Pfarrer von Brüssow erwischte den Fuchs und prügelte ihn aus seinem Fell. Mit Mühe und Not erreichte der Fuchsgeist wieder das Gehöft seines Besitzers. Er kam aber ohne Fell und Haut und ohne Oblate zurück. Er fror nun ganz jämmerlich. Listig wie er nun einmal war, fragte er den Bauern, ob er nicht ihm seine Menschenhaut leihen könnte. Der Bauer sagte zu, der Fuchs schlüpfte in seine Haut und sagte: "Du kannst Dir ja einen Pelz kaufen, wenn ich erst das Geld herbeischaffen kann!" Das war ein Hohn, denn der geschundene Bauer starb. Seitdem spukt beim Kleptower Fuchsberg ein Fuchs in Menschenhaut. Eigentlich tut er niemandem etwas Böses an, aber er versucht sich bei jedem, der vorbeikommt, als dienstbarer Geist anzubieten. Aber alle, die ihm begegnen, wenden sich mit Entsetzen ab. Noch lange soll ein Fuchsfell in der Brüssower Kirche gehangen haben; nun ist es aber verschwunden, und heute ist alles vergessen.

Quelle: Teufelssteine, Unheimliche Geschichten von den Ufern des Flusses Ucker, ARKADIEN e. V., Schibri-Verlag, 1997

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