Sagen und Geschichten - Hohenlandin

Der Schloßbrunnen von Hohenlandin

Im Park von Hohenlandin befindet sich ein alter Brunnen, der heute überdeckt und außer Gebrauch ist. Der Kossät Johann Brinkmann hatte sein Anwesen in Hohenlandin etwa da, wo heute der Park liegt. Er war ein fleißiger,jedoch jähzorniger Mann. Sein einziger Sohn Christian, liebte die schöne Wendula, die Tochter seines Vetters Friedrich Brinkmann. Sein Vater durfte nichts von dieser Liebe wissen, da die Mutter des Mädchens eine Slawin war. An einem Sommerabend hatten sich die beiden Liebenden wieder getroffen. Währenddessen war der alte Brinkmann in seiner von einer alten Funzel erhellten Kammer auf und ab gegangen. Er ergriff seinen knotigen Eichenstock und verließ das Haus in der Richtung, da er seinen Sohn hatte verschwinden sehen. Da hörte er leises Gewisper und stürzte mit erhobenem Stock auf das Paar zu.

Zwar sprang der Sohn sofort auf und stellte sich schützend vor die zu Tode erschrockene Wendula, aber der Alte schlug sinnlos vor Wut das Mädchen nieder und dann seinen Sohn. Schweren Schrittes schleppte der alte Brinkmann seinen leblosen Sohn auf seinem breiten Rücken nach Hause. Schon an der Tatstelle hatte der Alte gesehen, daß Wendula tot war. Er war nunmehr bestrebt, die Spuren seiner Tat zu verwischen und hatte beschlossen, den Leichnam in seinen wenig ergiebigen Brunnen zu werfen. Am Brunnen angelangt, ließ er die tote Wendula hinabgleiten, holte Bretter und schwere Steine und überdeckte den Brunnen. Am nächsten Tage hob ein großes Suchen an.

Alles beteiligte sich daran, selbst der alte Johann, um keinen Verdacht zu erregen. Als man auch nach drei Tagen nichts fand, gab man die vergebliche Suche auf und es blieb nichts als das große Rätsel. Langsam genas der Sohn des alten Brinkmann. Aber als ein Jahr vergangen war und seine Schwermut nicht von ihm weichen wollte, gestand der alte Johann seinem Sohn, wo Wendula geblieben war. Am nächsten Morgen fand er die Überdachung vom Brunnen entfernt und seinen Sohn nicht mehr. Er hatte sich in den Brunnen hinab gestürzt. Bald darauf starb auch der alte Brinkmann an Gewissensqualen. An warmen Sommerabenden will dieser und jener Wendula und Christian auf dem Brunnenrand sitzend gesehen haben. Bei Nachtgewitter aber hört man wilde Schreie und Hilferufe, und dann wird alles still.

Quelle: Heimatkalender Angermünde, 1992

© Landkreis Uckermark 2000 www.uckermark.de

Sie haben jetzt ein wenig Lust bekommen in einer landschaftlich einmaligen Region Entspannung zu finden ? Dann informieren Sie hier über den Weg in die Uckermark. BIS DEMNÄCHST !

Das könnte Sie noch interessieren

Stichwortsuche

Veranstaltungen

» jetzt eintragen !

Newsletter



Archiv/Infos