Sagen und Geschichten - Groß Dölln
Die Sage von der Klingelmarie
Nicht weit von Groß Dölln soll es vor langer Zeit ein prächtiges Schloss gegeben haben. Die Stelle heißt heute im Volksmund "Punskuhl", von einem Palast ist aber weit und breit nichts zu sehen. Der Rittersmann, der darin gelebt haben soll, hatte eine schöne Tochter namens Marie. Von Erziehung verstand er wohl nichts, denn Marie genoss alle Freiheiten, die man sich nur vorstellen konnte. Dem Mädchen tat das offensichtlich nicht gut, denn ihr Hochmut kannte keine Grenzen. So konnte es niemanden verwundern, dass die Strafe von höchster Stelle nicht allzu lange auf sich warten ließ und das Schloss samt Marie und aller anderen Bewohner in den Tiefen der Schorfheide versank.
Seither befindet sich an dieser Stelle eine sumpfige Niederung, eben der "Punskuhl". Es heißt, die inmitten des Terrains blühenden Wasserrosen seien die verzauberten Burgfräuleins aus dem untergegangenen Schloss und im Schilf könne man die Knappen und Ritter erkennen. Manchmal, so wird berichtet, steigt die stolze Marie von zarten Klingellauten begleitet und in weiße Tücher gehüllt bei Nebel aus dem Sumpf. Sie hofft wohl, eines Tages von ihrem Leid der Ruhelosigkeit befreit zu werden. Niemals aber darf man die schöne Unsterbliche anrühren. Dann wird einen selbst der Tod holen.
Quelle: Brandenburg, Band 1 der Norden, Die Uckermark, ADAC Berlin-Brandenburg
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