Sagen und Geschichten - Gollmitz
Der Grafenstein
Westlich vom Dorf Gollmitz, südlich der Chaussee nach Boitzenburg auf einer kleinen, mit kümmerlichem Gesträuch bewachsenen Anhöhe, an deren Fuß eine umfangreiche Kiesgrube liegt, befindet sich ein 1 ½ m breiter Stein, auf dem 8 Näpfchen eingegraben sind, von denen 2 etwas länglicher sind. Sie machen den Eindruck, als ob die Fingerspitzen, allerdings nur je 4 einer Hand, abgebildet seinen. Der Altsitzer Laatsch aus Gollmitz erzählte mir dazu folgendes: Der alte Örtzen, dem mal die ganze Gegend gehörte, stand bekanntlich unter dem Bösen!
Wie er so eines Tages über den Uckersee geht, jawohl, geht, (das konnte er!) da sieht er in der Nähe seiner Burg in Gollmitz einen abscheulichen Draken. Sogleich zog er seinen Säbel und ging auf den Draken los, schlug ihm auch mit dem ersten Hieb eine Kralle und mit dem zweiten Schlag eine andere ab. Der Drake in seiner Wut nahm einen großen Stein, der bei ihm lag, und warf ihn nach dem alten Örtzen. Traf ihn aber nicht. So konnte der Örtzen das Untier schließlich töten. Auf dem Stein aber sind heute noch die Krallen des Draken zu sehen. Es sind aber bloß 8 Eindrücke zu sehen, denn zwei Krallen hatte ihm der Ritter abgehauen.
Quelle: Heimatkalender Prenzlau, 1996, 39. Jahrgang, Kultur arche Prenzlau
