Sagen und Geschichten - Angermünde
Das "Rosenwunder" in der Rosenstraße
Unter den restaurierten Häusern der Rosenstraße fällt eines durch die kunstvolle Gestaltung der Haustür besonders auf. Es ist das Haus Nr. 17.,in dem sich seit Februar 1896 eine Bäckerei befindet, zuerst Bäckermeister Geistlich, dann Bäckermeister Miers, dem Bäckermeister Schreiber und jetzt dessen Sohn folgten. Es ist die schmiedeeiserne Verzierung der Tür, die der Kunstschmied Kirchner, Chorin. 1946/47 nach einer Legende über die heilige Elisabeth von Thüringen, die die Schutzpatronin der Bäcker ist, geschaffen hat. Ein ihr zugesprochenes Wunder, das "Rosenwunder"bot sich als Motiv an. Elisabeth, geboren 1207, war mit dem Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verheiratet und widmete sich mit besonderer Hingabe Werken der Barmherzigkeit.
Der Landgraf ließ sie gewähren, wenn sie in der Fastenzeit sich härtesten Kasteiungen unterzog und im Überschwang ihres mildtätigen Herzens die Vorräte des Hofes für Arme und Kranke verbrauchte. Als sie wieder einmal mit einem brotgefüllten Deckelkorb die Burg verlassen wollte, trat der Landgraf, der von seiner Umgebung auf die Verschwendung hingewiesen worden war, ihr mit der Frage "Was trägst du da?" entgegen und öffnete den Korb. Er sah nichts als Rosen im Korb. Nach dem Tode des Landgrafen wurde Elisabeth vom Nachfolger nach Marburg vertrieben. Sie war wohl die Herrin der Stadt, betrachtetesich aber, Franziskus von Assisi nachahmend, als Dienerin der Mitmenschen. Als sie 1231 gestorben war, rankten sich um sie viele Legenden. Wenige Jahre später wurde sie heilig gesprochen. Ihre Attribute sind Kanne und Brot.
Quelle: Walter Nölte / Dietrich Kukla, Angermünder Heimatkalender 2000, Verein für Heimatkunde e. V.
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